4. Februar 2007

"Freiheit und Selbstbestimmung Weltweit- Coca-Cola boykottieren

Beschluss der 1. Tagung des 10. Landesparteitages am 04.02.2007 in Blossin

Antragsteller: Landesvorstand ['solid] Brandenburg, Norbert Müller, Martin Günther, Katja Dahme, Moritz Kirchner, Irene Köppe, Marcel Arnoldt, Sebastian Walter


„Die Linkspartei.PDS Brandenburg wird ab sofort Produkte der Coca Cola Company weder erwerben noch auf eigenen Veranstaltungen vertreiben. Der Landesparteitag fordert die Gliederungen des Landesverbandes auf, keine Produkte der Coca Cola Campagne mehr zu erwerben oder zu vertreiben. Wir rufen ferner unsere Mitglieder und Sympathisantinnen dazu auf, in ihrem privaten Alltag auf den Erwerb und Konsum von Coca Cola Produkten zu verzichten.

Die Linke.PDS Brandenburg unterstützt die vom Jugendverband [’solid] Brandenburg initiierte Kampagne „Killerbrause“.

Der Boykottaufruf wird zusammen mit der Begründung des Antrages auf der Homepage des Landesverbandes veröffentlicht und den Mitgliedern über die Landeszeitung bekannt gegeben.“


Begründung:

Wie kaum ein anderes Unternehmen ist die Coca-Cola Company auf der ganzen Welt präsent. “Coca - Cola” gilt als das weltweit bekannteste Wort nach “o.k.”. Die Firma ist redlich bemüht, sich ein positives Image zu verpassen - mit Weihnachts-Trucks und der Unterstützung von sportlichen Großereignissen wie zuletzt der Fußball-WM in Deutschland.

Die “Coke-Side of Life” (Werbeslogan des Unternehmens, sinngemäß: Die Coke-Art zu Leben) bedeutet aber für viele Menschen außerhalb Europas weniger Erfrischung und Entspannung, sondern Unterdrückung, Ausbeutung und Todesangst.

In Kolumbien unterdrückt Coca-Cola Kolumbien systematisch die Bildung von unabhängigen Gewerkschaften. Dies führt soweit, dass engagierte Gewerkschafter von rechten Paramilitärs ermordet werden, und Gewerkschaftsmitglieder unter der Drohung, ihnen würde das gleiche passieren, gezwungen werden, aus der Gewerkschaft auszutreten (So geschehen in Carepas mit Gewerkschaftern der linken Gewerkschaft SINALTRAINAL). Auch wenn die Coca-Cola Company jegliche Verbindung zu den Morden abstreitet, war sie es, die von den Verbrechen profitiert: Die Löhne sanken nach Auflösen der Gewerkschaft von durchschnittlich 600 Dollar im Monat auf 150. Ein Leben in Würde ist für die ArbeiterInnen der Coca-Cola Abfüllanlagen so nicht mehr möglich. Eine unabhängige Aufklärung der Vorgänge wurde von Coca-Cola bisher immer blockiert und verhindert, dafür überzog der Konzern die betroffene Gewerkschaft SINALTRAINAL mit einer Serie von Klagen und veranlasste die Verhaftung einiger unschuldiger Gewerkschafter.

Auch in anderen Ländern gibt es schwerwiegende Vorwürfe gegen das Unternehmen: In Indien pumpen verschiedene Abfüll-Fabriken das Grundwasser ab, um daraus Coca-Cola herzustellen. Die Folge: Ganze Landstriche leiden an Wassermangel, und das in Regionen, wo verarmte KleinbäuerInnen und -bauern extrem auf Wasser angewiesen sind. Felder vertrocknen, Frauen müssen kilometerweit laufen, um an das lebensnotwendige Gut zu kommen. Gleichzeitig versucht Coca-Cola, den Mineralwassermarkt Indiens zu dominieren - eine zynische Unternehmenspolitik.

Doch dagegen regt sich globaler Protest. Mehrere Universitäten in den USA, aber auch in Deutschland haben einen Boykott von Produkten der Coca-Cola Company beschlossen. Die Killerbrause-Kampagne von [‘solid] versucht diesen Protest auch nach Brandenburg zu bringen.