Zum heute gestarteten „Zug der Tagelöhner“, der vom Förderverein „Soziale Bewegung Land Brandenburg“ bis 28.07.10 durch Brandenburger Städte bis nach Berlin organisiert wird, erklärt der Sprecher für Arbeitsmarktpolitik und Gewerkschaften Dr. Andreas Bernig:
Der „Zug der Tagelöhner“ hat die volle Unterstützung meiner Fraktion. Sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse werden zunehmend durch Leiharbeit, prekäre Beschäftigung oder auch Praktikumsplätze ersetzt. Lediglich sieben Prozent der Leiharbeiter schaffen den Wechsel in die Stammbelegschaft einer Firma, stellte kürzlich eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Betriebsforschung (IAB) fest.
Der „ Zug der Tagelöhner“ richtet sich gegen diese Zunahme unsicherer Arbeits- und Lebensverhältnisse. Mit ihrer Aktion wollen die Aktivisten Vorurteile abbauen, Entsolidarisierungstendenzen entgegenwirken und mit den Bürgern ins Gespräch kommen.
Das sozial ungerechte Kürzungspaket der Bundesregierung verschlechtert auch die Situation von prekär Beschäftigten und Arbeitslosen weiter. Um dies zu verhindern, muss der Protest aus vielen gesellschaftlichen Bereichen kommen – auf die Straße zu gehen und Widerstand zu bekunden, das gehört dazu.
Banken, Spekulanten und Reiche haben in den letzten 10 Jahren Steuergeschenke von mehr als 300 Mrd. Euro erhalten.
Dass eine andere Politik möglich ist, bezeugt die Idee der Einführung einer Millionärssteuer. Nur 5 % auf Vermögen von über einer Millionen Euro brächten 80 Mrd. Euro mehr an Steuermehreinnahmen, die für soziale Zwecke und für gute Arbeit eingesetzt werden könnten.