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Nicht nur am Weltkindertag gilt: Kinderarmut muss konsequenter bekämpft werden!

von Norbert Müller

Eigentlich ist selbstverständlich, was Kinder für ein gutes und behütetes Aufwachsen benötigen: eine sichere Umgebung, Menschen, die an sie glauben und denen sie vertrauen können sowie gute Spiel- und Lernmöglichkeiten. Tatsächlich ist aber genau das für viele Kinder, auch in der Bundesrepublik Deutschland, eben nicht selbstverständlich. Darauf wiesen UNICEF und das Deutsche Kinderhilfswerk erneut im Rahmen des diesjährigen Weltkindertages hin. Nicht zuletzt durch eine aktuelle Veröffentlichung der Bertelsmann-Stiftung wird deutlich: insbesondere Kindern, die in von Armut betroffenen Familien leben, wird das Recht auf eine gute Kindheit immer noch verwehrt. 

Und das obwohl die Probleme eigentlich hinlänglich bekannt sind. Kinder, die in von Armut betroffenen Familien aufwachsen, sind, wie ihre Eltern, oft vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Engagement im Sportverein oder der Musikschule ist oft zu teuer und die geringen Mittel aus dem Bundesteilhabepaket sind kaum eine Unterstützung, sondern wirken aufgrund des bürokratischen Beantragungsweges wie Hohn. Der Stress, dem die Eltern aufgrund ihrer prekären Situationen, sowie wechselnden und unsicheren Arbeitsverhältnisse ausgesetzt sind, überträgt sich auf die Kinder. Auch die Gesundheit der Kinder leidet. Schon lange ist zu beobachten, dass Kinderarmut ein Teufelskreis ist: wer in Armut geboren wird, bleibt auch oft im späteren Leben arm und auch die eigenen Kinder werden wahrscheinlich wieder in Armut aufwachsen. Zwar ist Kinderarmut in den ostdeutschen Bundesländern leicht rückläufig. Allerdings sind hier auch deutlich mehr Kinder und ihre Familien von Armut betroffen als im Rest Deutschlands. Gleichzeitig wächst der Anteil der von Armut betroffenen Kinder im Westen der Republik weiter an. Deutlich wird außerdem vor allem eines: Kinder von Alleinerziehenden sind von Armut besonders betroffen, bzw. gefährdet in Armut abzurutschen. Mehr als 50 % der Kinder im Hartz IV-Bezug sind Kinder von Alleinerziehenden.

Dass Armut in Deutschland Familien und Kinder so hart trifft, hat viel mit der Untätigkeit der Politik zu tun. Denn Fakt ist: die Zahlen sind nicht neu. Doch die Bundesregierung tut trotz einiger Lippenbekenntnisse aus Reihen der SPD nichts um diese Zustände zu ändern. Dabei werden schon lange zahlreiche Maßnahmen diskutiert, wie Kinderarmut langfristig eingedämmt werden kann und was gegen die Folgen zu tun ist. Als LINKE fordern wir einen mehrdimensionalen, langfristigen Aktionsplan zur Eindämmung und Überwindung von Kinderarmut in Deutschland. Das heißt konkret, dass Bund und Länder mehr Geld als bisher in die Hand nehmen müssen, um die infrastrukturellen Rahmenbedingungen von KiTas und Schulen zu verbessern, die Angebote des Nahverkehrs auszuweiten sowie für eine angemessene finanzielle Ausstattung von sozialen Diensten und Beratungsstellen zu sorgen. Gleichzeitig müssen Familien aber auch direkt mit Geldleistungen unterstützt werden. Hierzu gehören insbesondere eine deutliche Anhebung des Kindergeldes und die dringend notwendige Ausweitung des Unterhaltsvorschusses für Alleinerziehende. Beides sind Maßnahmen, die direkt bei von Armut betroffenen oder gefährdeten Kinder ankommen und ihre Situation spürbar verbessern würden. Nur wenn wir den Mut aufbringen, ein umfassendes Maßnahmenpaket zu schnüren und mit dem Dogma der schwarzen Null endlich zu brechen, können wir dafür sorgen, dass Kinder endlich nicht mehr in Armut aufwachsen müssen. 


Bundestagsreport

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