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Vereint und vernetzt gegen Kinderarmut

von Norbert Müller

Deutschland ist eines der reichsten Länder weltweit. Das gilt sowohl für die öffentlichen Haushalte als auch für die Privatvermögen. Dass es diesem Land trotzdem über zwei Millionen Kinder gibt, die nach offiziellen Angaben in Armut aufwachsen, ist skandalös und beschämend! 

Besonders von Armut betroffen sind die Kinder von Alleinerziehenden, von Eltern mit Migrationshintergrund und jene mit vielen Geschwistern. Auch diese Erkenntnis befördern wissenschaftliche Studien seit Jahren zutage. Was nach den umfassenden Analysen fehlt, sind effektive politische Maßnahmen und teilweise auch der Wille gegen diese Ungerechtigkeit vorzugehen.

Dies alles war für mich Grund genug das Thema in meiner Vorsitzzeit der Kinderkommission auf die parlamentarische Bühne zu heben. Eine entsprechende Stellungnahme ist gerade in der Abstimmung. Zu meiner Freude hat sich auch die Linksfraktion als Ganzes dazu entschlossen, diesem Thema den Stellenwert einzuräumen, den es verdient. So gründete sich diese Woche das Netzwerk gegen Kinderarmut. Ihm gehören neben Mitgliedern unserer Fraktionen in Bund und Ländern, unseren Familienministerinnen aus Brandenburg und Thüringen auch Vertreterinnen und Vertreter der Fachverbände an. Bereits auf der Gründungsversammlung konnten wir auf die Expertise und Unterstützung vom Paritätischen Gesamtverband, dem Deutschen Kinderschutzbund und dem Verband der alleinerziehenden Mütter und Väter bauen. Im Sinne eines Netzwerks gilt es nun, weitere Partner_innen in Fachwelt und Gesamtgesellschaft für dieses wichtige Anliegen zu gewinnen.

Kinderarmut ist kein isolierbares Problem, sondern bedingt sich mit anderen bestehenden Ungerechtigkeiten, etwa in der Einkommensverteilung oder der strukturell schlechteren Bezahlung den sogenannten typischen Frauenberufen im Care- Sektor. Auch das derzeitige Steuersystem benachteiligt Alleinerziehende systematisch. 

Die Umverteilung des gesamtgesellschaftlichen Reichtums birgt viele große Baustellen. Doch auch im Kleinen gäbe es ganz konkrete Maßnahmen mit hohem Wirkungsgrad. Einfach umzusetzen wäre beispielsweise kostenloses Frühstück und Mittag für alle Schul- und Kindergartenkinder. Das hätte neben einer sichergestellten gesunden Ernährung auch den positiven Effekt der gemeinschaftlichen Mahlzeit. Solche Maßnahmen wirken simpel, wären aber von unschätzbarem sozialem Wert und zudem auch durch Bundesmittel finanzierbar.

Diese und weitere Themen werden auf den nächsten Treffen des Netzwerks bestimmend sein. Den Zwischenhöhepunkt auf dem Weg zu einer breiten gesellschaftlichen Verankerung unserer Kampfansage an die Armut von Kindern und Jugendlichen bildet dann die „Woche gegen Kinderarmut“ im Juni 2017. 


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