Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Arbeitsgemeinschaft der Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg e.V.

Inwieweit gehören die Entwicklung von Lese-, Sprach- und Informationskompetenz zu den bildungspolitischen Zielen Ihrer Partei? Welche Aussagen gibt es dazu in Ihrem Wahlprogramm?

Der Entwicklung von Lese-, Sprach- und Informationskompetenz räumt die LINKE einen hohen Stellenwert ein. Nicht zuletzt deshalb strebt sie danach, Kita zu Bildungseinrichtungen zu entwickeln, damit bei Kindern so früh wie möglich die Sprachkompetenz entwickelt wird. Sie hat sich dafür eingesetzt, dass in der jetzt zu Ende gehenden Wahlperiode die Sprachförderung in der Kita weiterentwickelt und jährlich zusätzlich mit 2,9 Mio € zusätzlich gefördert wurde. Auf guten Sprachkenntnissen aufbauend, müssen dann in der Schule Lese-, Sprach- und Informationskompetenz entwickelt werden. Dabei messen wir der individuellen Förderung große Bedeutung bei und unterstützen u.a. deshalb auch die FLEX-Klassen.

Auch in Zeiten der Informationsgesellschaft halten wir es für ungeheuer wichtig, dass Kinder zum Lesen und zur Liebe zu Büchern erzogen und befähigt werden. Damit kommt den Bibliotheken in allgemeinen und Schulbibliotheken im Einzelnen große Bedeutung zu.

Inwieweit wird in Ihren bildungspolitischen Konzepten die Schulbibliothek mitgedacht? Welche Aussagen gibt es dazu in Ihrem Wahlprogramm?

Wir erkennen die bildungspolitische Bedeutung von Schulbibliotheken an und halten es für wünschenswert, wenn jede Schule über eine Schulbibliothek verfügt. Wir sehen allerdings in dieser Hinsicht vor allem die Schulträger gefordert. Durch die Trennung der Schulangelegenheiten in äußere (Gebäude usw.) und innere (Lehrkräfte, Unterricht) und die Verantwortung der Schulträger für die äußeren und der Landesregierung für die inneren Schulangelegenheiten fallen die Schulbibliotheken vor allem in den Verantwortungsbereich der Träger. Im Zuge der Entwicklung von lokalen Bildungslandschaften sollten Schulbibliotheken zur Normalität in einer Schule gehören. Besonders wichtig halten wir sie für den ländlichen Raum, wo der Bibliotheksbestand ohnehin sehr dünn ist.

Welche konkreten Maßnahmen strebt Ihre Partei an, um einerseits die materielle Ausstattung der Schulbibliothek zu gewährleisten und andererseits Schulbibliotheken mit qualifiziertem Personal zu versorgen? Welche Aussagen gibt es dazu in Ihrem Wahlprogramm?

Hier möchten (und müssen) wir nochmals auf die Verantwortlichkeiten des Schulträgers hinweisen. Das Land kann und will sich natürlich nicht aus der Verantwortung stehlen. Den Kommunen als Schulträgern werden vom Land über das Finanzausgleichsgesetz Mittel zugewiesen  (die nach den Vorstellungen der LINKEN in der kommenden Wahlperiode beträchtlich erhöht werden sollen). Diese Mittel sind auch zum Aufbau, Erhalt und zur Weiterentwicklung von Schulbibliotheken und zu deren Versorgung mit qualifiziertem Personal gedacht sind.

Abschließend sei festgestellt: Im Wahlprogramm der LINKEN gibt es keine expliziten Aussagen zu Schulbibliotheken – das liegt keinesfalls daran, dass die Existenz, die Arbeit und die Bedeutung von Schulbibliotheken unterschätzt wird, sondern vielmehr daran, dass es sich im Rahmen des politischen Gesamtkonzepts um eine Detailfrage handelt, die der Rubrik „Erhöhung der Qualität des Unterrichts und Kompetenzentwicklung“ zuzuordnen ist.