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Brandenburgischer Pädagogen-Verband

An folgenden Grundsätzen wollen wir die Kandidatinnen und Kandidaten für den neuen Landtag messen.

1. Bildungspolitik ist Investitionspolitik

  • der Unterricht ist in jeder Jahrgangsstufe und in jedem Fach durch dafür qualifizierte Pädagogen zu erteilen
  • die Durchlässigkeit beim Wechsel der Schulformen bleibt erhalten
  • in der gymnasialen Oberstufe ist ein breites Kursangebot zu sichern und unverzüglich das Zentralabitur in allen Fächern einzuführen
  • Schulen mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkten sind auch weiterhin unabdingbar
  • personelle und materielle Absicherung der inklusiven Bildung und Erziehung
  • zentrale Vergleichstests sind auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

 

Diese Forderungen hält die LINKE für durchaus berechtigt und wird sie in ihrer bildungspolitischen Arbeit berücksichtigen.

2. Lehrerinnen und Lehrer

Senkung der wöchentlich zu erteilenden Unterrichtsstunden in allen Schulformen

Siehe Punkt 3

Gewährung von Ermäßigungsstunden

Es muss geprüft werden, was finanziell machbar ist.

Schaffung von Aufstiegsmöglichkeiten durch entsprechend vergütete Funktionsstellen

Siehe Punkt 3

Schaffung angemessener Arbeitsbedingungen für ältere Lehrerinnen und Lehrer

 Siehe Punkt 3

würdevolles Ausscheiden aus dem aktiven Schuldienst (z.B. Altersteilzeit)

Das ist eine berechtigte Forderung, dafür müssen Modelle bzw. Maßnahmen entwickelt werden – ein neues Altersteilzeitmodell wird aus finanziellen Gründen kaum möglich sein.

3. Personalausstattung unter Berücksichtigung des Demografiewandels bis 2030

Erhöhung der Anzahl von Neueinstellungen junger Lehrerinnen und Lehrer

DIE LINKE plant den Ersatz der 3.600 ausscheidenden Lehrkräfte und darüber hinaus die Neueinstellung von 800 Lehrkräften.

Funktionsstellen sind ordentlich zu besetzen und zu vergüten

Diese Forderung ist aus finanziellen Erwägungen schwer umsetzbar.

Erhöhung der Vertretungsreserve auf mindestens 10%

Die Vertretungsreserve ist seit Januar 2014 um 10 Mio Euro erhöht worden. Es muss evaluiert werden, ob und wie sich diese Maßnahme bewährt hat. Generell plädiert DIE LINKE dafür, die personelle Ausstattung und die Arbeitsbedingungen insgesamt zu verbessern anstatt die Vertretungsreserve weiter zu erhöhen. Darin sieht sie ein effektiveres Mittel gegen Unterrichtsausfall.

Senkung der Obergrenze der Klassenfrequenzen

Die Klassenfrequenzen sind im Land sehr unterschiedlich. Da im ländlichen Raum so viele Schulen wie möglich erhalten werden sollen, gibt es dort oft kleine Klassen, im berlinnahen Raum dafür große Klassen, was bisweilen als Ungerechtigkeit empfunden wird. Die Obergrenze der Klassenfrequenzen generell zu senken, wäre durchaus wünschenswert, ist aber schwer realisierbar.

Entlastung von Lehrerinnen und Lehrern von allen nichtpädagogischen Tätigkeiten

Die rot-rote Koalition hat zum Schuljahr 2014/15 die Grund- und Oberschullehrer um eine Wochenstunde entlastet, für die Lehrkräfte der übrigen Schulen gilt das ab dem Schuljahr 2015/16. Die älteren Lehrkräfte, die mehr als 35 Jahre im Dienst sind, sind um eine weitere Stunde entlastet worden. Darin sieht die rot-rote Koalition einen ersten Schritt zur Entlastung der Lehrkräfte, der lange versprochen, jetzt endlich realisiert wurde. Die nichtpädagogischen Tätigkeiten sollten auf ein Minimum reduziert werden.

Schaffung angemessener Stellenzahl an Schulsozialarbeitern und Schulpsychologen

Die LINKE hält Schulsozialarbeit für außerordentlich wichtig. Sie hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen und sich als wirksame Kooperation von Jugendhilfe und Schule in der Praxis bewährt. Begleitend zur schulischen Bildungsarbeit fördert Schulsozialarbeit die individuelle und soziale Entwicklung von Schülerinnen und Schülern. Sie schafft an den Schulen Angebote und Aktivitäten, die es den Schülerinnen und Schülern über das schulische Angebot hinaus ermöglichen, ihre Fähigkeiten zu entfalten, Unterstützung bei der Bewältigung alltäglicher Probleme zu erhalten, zur Selbsthilfe befähigt zu werden und Anerkennung zu erfahren.
Die LINKE setzt sich langfristig dafür ein, dass es an jeder Schule einen Schulsozialarbeiter gewissermaßen als präventives, nicht als defizitorientiertes Angebot gibt.
 Zunächst möchte die LINKE den Einsatz einer Schulsozialarbeiterin bzw. eines Schulsozialarbeiters an all denjenigen Schulen ermöglichen, wo dies mit Beschluss der Schulkonferenz gewünscht wird. Nicht alle Schulen im Land benötigen aktuell diesen Unterstützungsbedarf. Aber an jeder Schule, die dies für sich als notwendig erachtet, soll die Unterstützung gewährt werden. Während die Kommunen Arbeitgeber der Schulsozialarbeit sein sollen, sehen wir die finanzielle Verantwortung auch auf Seiten des Landes (und des Bundes). Schulsozialarbeit darf aber nicht zu Lasten des 510-Stellenprogramms der Jugendarbeit gehen.
Auf Bundesebene setzt sich die LINKE für ein Bundesförderprogramm zum Aufbau flächendeckender Angebote schulbezogener Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit ein. Es bedarf einer rechtlichen Klarstellung und der Verankerung der Schulsozialarbeit im SGB VIII. Es muss sichergestellt werden, dass in Ländern und Kommunen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um die Angebote der Schulsozialarbeit künftig dauerhaft auskömmlich zu finanzieren.
Auch die Erhöhung der Zahl der Schulpsychologen wird für außerordentlich wichtig gehalten.