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Verband der Privaten Hochschulen e.V.

Halten Sie private Hochschulen zur Gewährleistung der Vielfalt an Bildungsangeboten und -trägern, bei denen Bürger unmittelbar mitgestalten können, für erforderlich?

Sind Sie für ein Akkreditierungssystem, mit dem die Qualität in den privaten und staatlichen Hochschulen in Deutschland, rechtsstaatlich und in Übereinstimmung mit Art. 5 GG geregelt wird, das z.B. durch einen Staatsvertrag der Länder?

In den weltweiten Rankings der Hochschulen liegen die Staaten vorne, in denen es einen funktionierenden Wettbewerb zwischen privaten und staatlichen Hochschulen gibt. Sind Sie der Meinung, dass zur Verbesserung von Qualität und Effizienz der tertiären Bildung auch in Deutschland mehr Systemwettbewerb im Hochschulwesen herrschen sollte?

Sind Sie angesichts des deutlich gewachsenen Studierendenanteils in den privaten Hochschulen für eine demokratisch angemessene Vertretung privater Hochschulen in wesentlichen Wissenschaftsgremien wie dem Wissenschaftsrat, dem Akkreditierungsrat usw.?

Wie stehen Sie angesichts immer knapper werdender öffentlicher Mittel für Bildung zu neuen Formen der Hochschulfinanzierung wie Studiengebühren oder Subjektförderung (das Geld folgt den Studierenden)?

Sind Sie der Meinung, dass die Zulassungsregeln der Länder den Anforderungen der Europäischen Dienstleistungsrichtlinie entsprechen sollten?

DIE LINKE ist prinzipiell der Auffassung, dass Bildung staatliche Aufgabe ist und höchstens durch private Einrichtungen ergänzt werden kann.
Aus Sicht der LINKEN droht im Falle der Ausweitung privater Hochschulen die Gefahr, dass Hochschulen stärker in Richtung von Dienstleistungsunternehmen umgewandelt werden. Hochschulbildung darf nicht zur Ware werden, der Zugang zu ihr  darf nicht übers Portmonee gesteuert werden. Studiengebühren hält die LINKE für unsozial, da sie ein Studium von der finanziellen Leistungsfähigkeit des Einzelnen abhängig machen. Bereits heute entscheiden soziale Herkunft und Einkommens- und Vermögensverhältnisse, ob und wie lange ein Mensch studieren kann. Die Einführung von Studiengebühren würde die bestehenden Ungleichheiten im Bildungssystem noch verstärken,  da sich nicht jeder verschulden kann oder will. Der kapazitätsbedingte Numerus Clausus darf nicht um einen sozialen Numerus Clausus erweitert werden.

Dabei ist Deutschland schon heute Weltmeister in sozialer Auslese: Akademische Bildung wird in Deutschland vererbt. Nach der 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks studieren zwar 83 von 100 Kindern aus Akademikerfamilien, aber nur 23 von 100 Kindern aus Familien von Nichtakademikern.

Der Umbau von Hochschulen zu kommerziell ausgerichteten Dienstleistern birgt die Gefahr einer „kulturellen Verarmung“ in sich.  Das Prinzip, Forschung und Lehre „frei und zum Wohl der Allgemeinheit zu betreiben“, gerät unter Umständen immer mehr in Bedrängnis Bund und Länder müssen die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen beseitigen – private Hochschulen sind aus Sicht der LINKEN keine Alternative dazu.
DIE LINKE legt ihrer Politik einen erweiterten Bildungsbegriff zugrunde, in dem Bildung für sie mehr ist als die Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt. Das kollidiert unter Umständen mit den Zielen und Praktiken privater Hochschulen. Daher ist die LINKE gegen einen weiteren Umbau der Hochschullandschaft hin zu privaten Hochschulen, sondern für eine Stärkung der staatlichen Hochschulen.

Ungeachtet dieser Prinzipien kann in Ausnahmefällen das Fächerspektrum durch eine private Hochschule erweitert werden, in dem Ausbildungsdisziplinen, für die es keine staatlichen Hochschulen und bisher keine Ausbildungsmöglichkeiten, aber großen praktischen Bedarf gibt, übernehmen. Das ist in Brandenburg bei der gegründeten Medizinischen Hochschule Neuruppin der Fall.

Eine Aufnahme von Vertretern der privaten Hochschulen in zentrale Wissenschaftsgremien lehnen wir ab.