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Landesjagdverband Brandenburg e.V.

Halten Sie Änderungen des Brandenburger Landesjagdgesetzes für notwendig? Wenn ja, welche?

2014 gab es eine kleine Novellierung des Brandenburgischen Jagdgesetzes hinsichtlich der Rehwildbejagung. Zunächst gilt es, die Auswirkungen dieser Änderung zu beobachten und zu bewerten. Eine weitergehende aktuelle Notwendigkeit zur Novellierung des Landesjagdgesetzes sehen wir derzeit nicht, würden uns dem aber auch nicht verschließen, wenn die Entwicklung des Jagdwesens oder der Wildschadenssituation dies nahelegt.

Nach § 29, Abs. 4 BJagdG haben die Länder die Möglichkeit, eine Wildschadensausgleichskasse einzurichten, allerdings hat Brandenburg davon bisher noch keinen Gebrauch gemacht. Wie steht Ihre Partei zu einer solchen Wildschadensausgleichskasse in Brandenburg?

Vor dem Hintergrund steigender Wildschäden kann eine Wildschadensausgleichkasse sinnvoll sein, um die ehrenamtlichen Jäger zu entlasten. Dabei ist zu berücksichtigen, welche finanziellen Belastungen auf wen zukommen würden und welche Auswirkungen es auf das Ziel der Schadensminimierung bei der Jagdausübung gibt. Das sollte unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus anderen Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern geprüft werden, bevor eine Entscheidung über die gesetzliche Einführung von Wildschadensausgleichskassen getroffen wird.

In Polen sind erste Fälle der Afrikanischen Schweinepest aufgetreten. Dies bedroht Wild- und Hausschweinbestände massiv. Eine Bejagung möglichst aller Flächen ist zur Seuchenbekämpfung geboten. Intensive, flächendeckende Bejagung ist zur Seuchenprophylaxe geboten. Wie sehen Sie vor diesem Hintergrund folgende Regelungen

a) Befriedungsmöglichkeiten nach § 6a BJagdG

b) Einschränkung der Jagd in Schutzgebieten

c) Einschränkung der Jagd auf Bergbau-Sanierungsgebieten durch Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV)?

Die aufgeführten Einschränkungen beruhen auf gesetzlichen Regelungen (bis hin zur Umsetzung eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte) bzw. auf Sicherheitserwägungen im Zusammenhang mit der Bergsicherheit und sind nicht ohne weiteres aufzuheben. Sie dürften angesichts der sehr hohen Schwarzwildbestände auf den bejagbaren Flächen jedoch nicht ausschlaggebend für die Seuchenprophylaxe sein. Neben der Reduzierung des Schwarzwildbestandes kommt den Jägern vor allem eine sehr hohe Verantwortung bei der frühzeitigen Erkennung der Krankheit und bei hygienischen Maßnahmen zu. Wenn eine akute Seuchenabwehr notwendig wird, sollte allerdings im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten eine möglichst flächendeckende Bejagung angestrebt werden.

Sieht Ihre Partei Möglichkeiten, Monokulturen in der Agrarfläche (Stichwort Energiepflanzenanbau) aufzubrechen und die Biodiversität zu steigern? Wenn ja, welche?

Der in den letzten Jahren stark zunehmende Maisanbau ist ein Problem hinsichtlich der Wildschäden, der Bodenfruchtbarkeit und der biologischen Vielfalt. Wir befürworten eine Deckelung des Maisanteils bei der Gewinnung von Bioenergie. Die EU macht bereits heute Bodenschutzmaßnahmen zur Voraussetzung der landwirtschaftlichen Direktzahlungen (Cross Compliance). Diese sollten so wirksam ausgestaltet werden, dass die Beachtung der Fruchtfolge und eine Begrenzung der Monokulturen tatsächlich erreicht wird. Ähnliches gilt auch für die Formulierung der „Guten fachlichen Praxis“ in der Landwirtschaft. Das „Greening“ sollte ebenso wie die Agrarumweltmaßnahmen zur Steigerung der Strukturvielfalt in der Landwirtschaft genutzt werden.

Wollen Sie den Katalog der in Brandenburg dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten erweitern oder einschränken? Bitte begründen Sie.

Grundsätzlich halten wir es für sinnvoll, die Liste der jagdbaren Arten an einer sinnvollen Nutzung und wildbiologischen Aspekten der Bejagung auszurichten. Für Veränderungen am Katalog der landesrechtlich festgelegten jagdbaren Arten sehen wir derzeit keinen Anlass.

Welcher Aussage stimmen Sie am ehesten zu? Bitte ankreuzen.

     a) Die Jagd ist ein notwendiges Instrument des Natur- und Artenschutzes.

X   b) Jagd ist eigenständiges und erhaltenswertes Kulturgut.

     c) Jagd ist nur solange zu dulden, bis die Ziele des Natur- und Artenschutzes erreicht sind.

Fuchs, Marder und Dachs sowie Neozoen wie Marderhund, Mink und Waschbär breiten sich rasant aus. Bestände besonders bedrohter Arten wie Großtrappe oder Sumpfschildkröte können nur durch intensive Bejagung der Beutegreifer erhalten werden. Flächendeckend sind vor allem Bodenbrüter bedroht. Wie sehen Sie in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Fangjagd?

Die Jagd mit Fallen hat ihre Berechtigung, muss aber Gefährdungen von Menschen und von anderen Arten als den Zielarten ausschließen und den Tierschutz weitestgehend berücksichtigen. Den Einsatz von Totschlagfallen sehen wir kritisch, weil ein selektiver Fang kaum möglich ist.

Stellen Sie sich vor, Sie geraten in eine allgemeine Verkehrskontrolle. Es gibt nichts zu beanstanden, dennoch müssen Sie für die Durchführung der Kontrolle 75 Euro zahlen. Genau in dieser Situation befinden sich Legalwaffenbesitzer, bei denen eine unangemeldete Hauskontrolle durch uniformierte, mit Steuergeldern finanzierte Beamte durchgeführt wird. Wie beurteilen Sie die Notwendigkeit dieser Maßnahme?

Ohne Zweifel verhält sich die große Mehrheit der Besitzer legaler Waffen verantwortungsbewusst und rechtskonform. Einzelvorfälle in den letzten Jahren zeigen aber, dass einzelne „schwarze Schafe“ durch unsachgemäße Waffenaufbewahrung großen Schaden anrichten können, der dann in der öffentlichen Wahrnehmung auch auf die Jäger und die Jagd zurückschlagen kann. Die Möglichkeit unangemeldeter Kontrollen halten wir deshalb im Sinne der Prävention für richtig. Dagegen lehnen wir eine Gebührenerhebung dafür ab, denn es handelt sich um eine hoheitliche Aufgabe im Rahmen der öffentlichen Sicherheit.

Die Wolfsbestände in Brandenburg steigen schnell an. Halten Sie die Definition eines Zielbestandes für Brandenburg für sinnvoll?

Nein. Die Bestände wildlebender Tiere richten sich nicht nach menschengemachten Definitionen, sondern nach der Kapazität des Lebensraumes. Einer Erhöhung der Wolfsdichte in den besiedelten Gebieten sind deshalb von Natur aus enge Grenzen gesetzt. Dagegen ist mit einer räumlichen Ausdehnung des Wolfsbestandes zu rechnen. Diese kann aber mit einer festgelegten Zielzahl nicht beeinflusst werden.

Muffelwild wird in Brandenburg wahrscheinlich in den nächsten Jahren durch den Wolf ausgerottet. Ähnliches droht auch anderen Tierarten. Ist Ihrer Meinung nach der Wolf schützenswerter als andere Tierarten?

Grundsätzlich sind nicht einzelne Tierarten schützenswerter als andere. Eine besondere Verantwortung haben wir allerdings beim Schutz der bei uns heimischen Wildtierarten, zu denen das Muffelwild nicht gehört. Ohnehin ist es fraglich, ob an dem Rückgang der Muffelwildbestände primär der Wolf Schuld ist. Wie Untersuchungen ergaben, liegt das Problem wohl eher an den ungeeigneten Lebensräumen für diese Wildart in Brandenburg und die darauf zurückführbaren Erkrankungen. Es gibt unseres Erachtens keinen Hinweis darauf, dass andere Tierarten durch den Wolf von der Ausrottung bedroht sind.

Bitte bewerten Sie folgende Aussagen auf einer Skala von 0 bis zehn, wobei 0 maximale Ablehnung und 10 maximale Zustimmung bedeutet:

1) Windkraftanlagen haben im Wald nichts zu suchen.

Bewertung:  2

2) Jagd in Schutzgebieten sollte generell verboten werden.

Bewertung: 0

3) Die Rückwanderung des Wolfes schafft viele Probleme.

Bewertung: 6

4) Jägerinnen und Jäger in Brandenburg leisten einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz.

Bewertung: 8

5) Waldbau und Landwirtschaft sind ohne strenge Bejagung des Schalenwildes nicht rentabel.

Bewertung: 8

6) Jagd ist eine legitime Nutzung natürlicher Ressourcen.

Bewertung: 10