06.07.2010
„Vom großen Wurf in der Gesundheitsreform ist nur ein tiefer Griff in die Taschen der Versicherten geblieben“, kritisiert Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) die heute von der Bundesregierung vorgelegten Eckpunkte zur geplanten Gesundheitsreform. Mit diesen Eckpunkten sei klar, wohin die gesundheitspolitische Reise der schwarz-gelben Bundesregierung gehe und wer die Kosten trage: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Rentnerinnen und Rentner, Familien und sozial Benachteiligte.
„Sie müssen die finanziellen Lasten einer verfehlten schwarz-gelben Gesundheitspolitik tragen. Das ist zutiefst unsozial“, sagt die Ministerin, die vor allem auf die Instinktlosigkeit der Bundesregierung kritisiert. „Wer als Lösung der Finanzprobleme im Gesundheitswesen vor allem Beitragserhöhungen in der gesetzlichen Krankenversicherung plus Kopfpauschale im Mäntelchen eines Zusatzbeitrages anbietet, hat politisch versagt“, so Tack. Mit dem Plan, künftig noch höhere Zusatzbeiträge erheben zu können, werde sich die ungleiche Lastenverteilung und die soziale Schieflage in Zukunft noch verstärken.
Das Gesundheitssystem brauche ein zukunftsfähiges finanzielles Fundament, das nicht schon morgen zu bröckeln beginnt. „Die Grundlage muss auf solidarischen Stützpfeilern ruhen. Wir müssen den solidarischen Ausgleich zwischen Gesunden und Kranken, Gut- oder Besserverdienenden und Geringverdienenden sowie zwischen wohlhabenden und strukturschwachen Regionen stärken und nicht aushebeln“, so Tack. Das Konzept der Bundesregierung gehe zu Lasten der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum und der Krankenkassen mit einem hohen Anteil von Rentnern und sozial Benachteiligten. Das ebnet den Weg in eine Mehr-Klassen-Medizin.
01.07.2010
Presseinformation des Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
Potsdam/Hannover – Brandenburgs Gesundheitsministerium will Maßnahmen zur Sicherung der hausärztliche Versorgung in ländlichen Regionen schneller voranbringen. Auf der heute in Hannover stattfindenden Gesundheitsministerkonferenz der Bundesländer hat sich Staatssekretär Daniel Rühmkorf vor allem dafür stark gemacht, dass zukünftig im Medizinstudium ein Ausbildungsabschnitt im hausärztlichen Bereich Pflicht wird.
„Es kann nicht sein, dass es Medizinstudentinnen und -studenten gibt, die während ihres gesamten Studiums nie mit hausärztlicher Versorgung in Berührung kommen“, sagt Rühmkorf. Ein verpflichtender Ausbildungsabschnitt – ob im Praktischen Jahr oder im Rahmen der Famulatur – könne einen wichtigen Beitrag leisten, um mehr junge Menschen für den Beruf eines Allgemeinmediziners zu gewinnen und sie für die entsprechende Facharztweiterbildung zu interessieren.
Alle Länder gemeinsam haben das Bundesgesundheitsministerium aufgefordert, eine mögliche Änderung der Approbationsordnung für Ärzte zu prüfen. Weiterhin soll die Ständige Konferenz der Kultusminister der Bundesländer gebeten werden, die Einrichtung von Lehrstühlen für Allgemeinmedizin an den Medizinischen Hochschulen zu unterstützen.
„Das Bundesgesundheitsministerium sollte im Zusammenwirken mit den Ländern eine Informations- und Imagekampagne für die hausärztliche Tätigkeit im ländlichen Raum ins Leben rufen“, so der Staatssekretär. Brandenburg werde hier gern Ideen und Erfahrungen aus seinem seit 2006 im Netz stehenden Internetauftritt www.hausarzt-in-brandenburg.de beisteuern.
11.06.2010
Potsdam – Eine stärkere Verzahnung von Stadtentwicklung und Gesundheitsförderung mahnte Brandenburgs Gesundheitsstaatssekretär Daniel Rühmkorf heute in Potsdam an. Vor allem in sozial benachteiligten Stadtteilen bestehe ein besonderer Entwicklungsbedarf, der gemeinsame Anstrengungen aller für mehr Lebensqualität seiner Bewohner erfordere, betonte Rühmkorf. „Eine Stadt kann und muss sozial und gesund sein. Das sollte unser aller Credo sein“, so der Staatssekretär.
Auf dem Bundeskongress des Gesunde Städte-Netzwerks der Bundesrepublik Deutschland stellte er am heutigen Abschlusstag die Brandenburger „Gemeinschaftsinitiative für eine soziale und gesunde Stadt“ vor. Diese wurde im November 2009 vom Brandenburger Gesundheitsministerium in Kooperation mit dem Ministerium für Infrastruktur, Kostenträgern, der Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinwesenarbeit und Quartiersmanagement sowie weiteren Akteuren gestartet.
Die Gemeinschaftsinitiative unterstützt Kommunen bei Aktivitäten, die die gesundheitliche und soziale Lage verbessern. Zielgruppen sind insbesondere Familien mit Kindern, Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose und gesundheitsgefährdete Bürger in ihrem Wohnumfeld. „Die Bündelung der Kräfte bringt moderne Stadtentwicklung und Gesundheitsförderung zusammen und leistet damit einen wichtigen Beitrag für mehr Lebensqualität vor Ort“, so Rühmkorf.
Er sei überzeugt davon, dass vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien in allen Bereichen von Gesundheit und Lebensqualität benachteiligt sind. Rühmkorf machte noch einmal deutlich, dass Armut und Benachteiligung nicht relativiert werden dürfen. Bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien, das sind Familien mit niedrigem Einkommen, niedriger Bildung, Arbeitslosigkeit und schlecht bezahlter Arbeit, findet man eine Häufung von Risikofaktoren.
Deshalb sei die Brandenburger Gemeinschaftsinitiative für eine soziale und gesunde Stadt der richtige Ansatz, um hier gegen zu steuern, erklärte Rühmkorf.
09.06.2010

Potsdam – „Das Oderhochwasser ist noch nicht vorbei. Aufgrund der hohen Wasserführung in der Warthe werden sich die Wasserstände im Oderbruch und der Uckermark nur sehr langsam verringern“, sagt Umweltministerin Anita Tack (Linke). Auf der heutigen Ausschusssitzung wird ein erster Bericht zum jüngsten Oder-Hochwasser vorgestellt. Darin geht es zum einen um eine Bewertung der neugebauten Deiche als auch um erste Schlussfolgerungen.
Laut Tack haben die neuen Hochwasserschutzanlagen ihre erste Bewährungsprobe bisher eindrucksvoll bestanden. Die drei Deichbaustellen wurden rechtzeitig gesichert. „Jetzt kommt es darauf an, eventuelle Schäden an den Hochwasserschutzanlagen zu beseitigen und sicherzustellen, dass die vollständige Funktion jederzeit gegeben ist. Das Deichbauprogramm muss zügig fortgesetzt werden.“
Die vom Landkreis Märkisch-Oderland angemahnte Verbesserung des Bibermanagements ist nicht allein Landesaufgabe. „Im Rahmen der Artenschutzverordnung sind die Landkreise mit im Boot“, sagt die Ministerin deutlich. Im Bereich von Hochwasserschutzanlagen müssen Biberansiedlungen verhindert werden. Die entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen dafür sind bereits heute vorhanden. Parallel dazu müssen ausgewiesene Biberlebensräume gesichert und entwickelt werden.
Eine besondere Bedeutung hat die grenzüberschreitende Hochwasserbekämpfung. Die Zusammenarbeit innerhalb der Grenzgewässerkommission und der Internationalen Kommission zum Schutz der Oder (IKSO) muss gepflegt und weiterentwickelt werden. Darüber hinaus gab es erste Gespräche mit dem Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder) und dem Bürgermeister von Slubice für ein gemeinsames Hochwasserschutzprogramm.
Neben den vorhandenen Poldern im Nationalpark Unteres Odertal mit 4.400 Hektar Überflutungsfläche muss laut Tack jetzt mit Hochdruck am künftigen Überflutungspolder in der Neuzeller Niederung weiter gearbeitet werden. Ca. 1.500 Hektar Retentionsfläche könnten so gewonnen werden. „Wir wollen den Flüssen mehr Raum geben und müssen im Rahmen der Hochwasserrisikomanagementpläne dafür weitere potentielle Überschwemmungsflächen untersuchen“, sagt Tack.
04.06.2010
Vernetzungsstelle Schulverpflegung startet regionale Informationsveranstaltungen in Neuruppin, Dallgow-Döberitz und Königs Wusterhausen
Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung startet ab dem kommenden Montag mit ihren regionalen Informationsveranstaltungen für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Vertreter der Schulträger und Caterer im Land Brandenburg. Die erste Beratung findet am Montag, den 07. Juni 2010 um 18.00 Uhr im Evangelischen Gymnasium in Neuruppin (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) statt. Zwei weitere Veranstaltungen finden am Dienstag, den 08. Juni 2010 um 18.00 Uhr im Marie-Curie-Gymnasium in Dallgow-Döberitz (Landkreis Havelland) und in der Fontane-Grundschule in Königs Wusterhausen, OT Niederlehme (Landkreis Dahme-Spreewald) statt.
Gesundheits- und Verbraucherschutzministerin Anita Tack und Bildungsminister Holger Rupprecht begrüßen den Start der regionalen Infoveranstaltungen. "Eine richtige Verpflegung und Ernährungsbildung in Schulen sind wichtig, um der Fehlernährung von Kindern und Jugendlichen entgegenzusteuern. Dabei müssen Theorie und Praxis im Einklang stehen", sagt Gesundheitsministerin Anita Tack. Sie verweist auf die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. für eine optimale Schulverpflegung. "Da muss sich noch viel ändern - in den Köpfen und auf den Speiseplänen", so Anita Tack.
"Gesunde Ernährung ist für die optimale Förderung von Kindern und Jugendlichen von herausgehobener Bedeutung", betont Bildungsminister Holger Rupprecht. "Die Vernetzungsstelle ist - neben weiteren bereits länger bestehenden Aktionen wie der Verteilung von Bio-Brotboxen oder dem Ernährungsführerschein für Grundschüler - ein weiterer wichtiger Baustein, um gesunde Ernährung in den Schulen zu befördern."
Zentrale Aufgabe der Anfang des Jahres eingerichteten Vernetzungsstelle ist es, die Qualität und die Akzeptanz der Schulverpflegung in Brandenburg zu verbessern. Die Vernetzungsstelle berät und unterstützt Schulträger, Schulen, Lehrkräfte, Essenanbieter, Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie weitere Interessierte bei der Gestaltung einer optimalen Schulverpflegung. Dazu stellt die Vernetzungsstelle auf ihrer Webseite und bei Veranstaltungen Informationen bereit
zu den von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entwickelten Qualitätsstandards für die Schulverpflegung,
zu schulischen Rahmenbedingungen wie Gesetze, Hygiene, Schulorganisation und Qualitätssicherung,
zu verschiedenen Verpflegungs- und Bewirtschaftungssystemen,
zur optimalen Verpflegung von Kindern und Jugendlichen sowie
zu guten Beispielen im Land Brandenburg.
Zudem ist eine Umfrage an 60 Schulen geplant, um einen aktuellen Überblick über den Stand der Schulverpflegung in Brandenburg zu erhalten.
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat im Rahmen des Nationalen Aktionsplans "IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) "Qualitätsstandards für die Schulverpflegung" erarbeiten lassen und die Einrichtung von Vernetzungsstellen in allen Bundesländern initiiert. Im Land Brandenburg wurde die Vernetzungsstelle Schulverpflegung vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und vom Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz unter der Leitung der Diplom-Ernährungswissenschaftlerin Dr. Maren Daenzer-Wiedmer aufgebaut. Die Vernetzungsstelle ist für fünf Jahre bei der Projektagentur - Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung von Bildung, Kultur und Umweltschutz (PA) mbH angesiedelt. Der Bund und das Land stellen hierfür in diesem Jahr rund 102.000 Euro bereit.
Weitere Informationen und Termine zu Infoveranstaltungen gibt es im Internet unter
www.schulverpflegung-brandenburg.de
03.05.2010

Potsdam – Nach monatelangem Schweigen hat jetzt Bundesgesundheitsminister Rösler kurz vor der NRW-Wahl die Gesundheitsminister der Länder zum Spitzengespräch geladen. „Man merkt die Absicht und ist verstimmt, möchte man da frei nach Goethe sagen. Es geht offensichtlich nicht um das ernsthafte Bemühen, auf Bundesebene Vorschläge für die Sicherstellung einer wohnortnahen ärztlichen Versorgung zu machen, sondern um FDP-Wahlkampf“, sagt Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke). Wenn dann noch kolportiert werde, Brandenburg nehme an dem Gespräch nicht teil, sei das schlichtweg falsch.
Tack weist darauf hin, dass sie sich bereits vor Monaten schriftlich an Rösler gewandt und Gesprächsbedarf signalisiert habe. „Wahlkampf auf dem Rücken von Patientinnen und Patienten sollte für einen Bundesgesundheitsminister Tabu sein“, sagt Tack Sie fordert erneut ein Gesamtkonzept der Bundesregierung für eine Gesundheitsreform. „Was Rösler bisher vorgelegt hat ist ein Katalog von unausgegorenen Vorschlägen. Mit Schnellschüssen kann dem Ärztemangel nicht begegnet werden“, sagt die Ministerin.
Für Tack ist die Sicherung der gesundheitlichen Versorgung in allen Regionen des Landes Brandenburg „eine große Herausforderung“. „Kinder und Jugendliche sollen in Brandenburg gesund groß, Frauen und Männer gesund alt werden können“, so die Ministerin, die bereits in der vergangenen Woche eine Teilnahme am Spitzengespräch schriftlich zugesagt hatte. Sie hatte in dem Schreiben aber auch darauf hingewiesen, dass es aufgrund der gleichzeitig stattfindenden Amtschefberatung der Gesundheitsministerkonferenz am 5. und 6. Mai in Osnabrück zu einer Terminkollision komme.

Das Brandenburger Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) versteht sich als Ministerium für Lebensqualität. Zu seinen Aufgaben hört: die Umwelt zu erhalten, die Gesundheit zu fördern und den Verbraucherschutz zu stärken. Ziel ist es, dass die Brandenburgerinnen und Brandenburger gut aufgeklärt in einer gesunden und umweltverträglichen Umgebung leben. Das Ministerium ist oberste Landesbehörde und gliedert sich in die Aufgabenbereiche:
Zum Geschäftsbereich des Ministeriums gehört das neue Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.
15.04.2010
Potsdam – Die Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Anita Tack (Linke) hat heute den Beirat für Nachhaltige Entwicklung für diese Legislatur berufen. In seiner konstituierenden Sitzung beauftragte Tack den Beirat unter anderem damit, die Erstellung einer Landesnachhaltigkeitsstrategie mit eigenen Beiträgen zu unterstützen.
Die für das Politikfeld Nachhaltige Entwicklung zuständige Ministerin hat nach Konsultationen mit Ihren Kabinettskollegen 13 Mitglieder in den Nachhaltigkeitsbeirat berufen. Es handelt sich dabei um Wissenschaftler aus der Region, die sich insbesondere mit den Nachhaltigkeitsthemen Klimaschutz, Energie, Regionalentwicklung, Demografie, Mobilität, natürliche Ressourcen sowie Bildung und Konsummuster beschäftigen. Die Berufungsperiode ist an die Legislaturperiode gekoppelt. Sieben Mitglieder haben bereits im vorangegangenen Beirat mitgearbeitet.
Der Beirat soll die für das Politikfeld Nachhaltigkeit zuständige Ministerin insbesondere bei der Aufstellung der Landesnachhaltigkeitsstrategie beraten und den dazu notwendigen gesellschaftlichen Dialog unterstützen. „Wir wollen die Risiken der Entwicklung Brandenburgs besser beherrschen lernen und unsere Entwicklungschancen nutzen. Dazu brauchen wir eine Politik aus einem Guss, die sich am Prinzip nachhaltiger Entwicklung orientiert“, sagte die Ministerin bei der Berufung. Und an den Beirat gerichtet: „Sie sind dafür unser Berater und zugleich Katalysator für die notwendige breite Abstimmung mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie der Fachöffentlichkeit.“ Angesichts der weltweiten krisenhaften Entwicklung beim Zustand der Umwelt, in der Wirtschaft und bei den sozialen Bedingungen sei der Nachhaltigkeitsansatz der erfolgversprechende Weg auch für Brandenburg. Tack kündigte an, dass auf der Grundlage des Auftrags des Parlaments im Herbst Eckpunkte der Nachhaltigkeitsstrategie vorgelegt und diskutiert werden sollen.
Ende Mai wird der Beirat zu seiner nächsten Sitzung zusammentreten. Auf dieser stehen die Wahl des Vorsitzenden und des Vorstandes sowie die inhaltlichen Schwerpunkte und das Arbeitsprogramm auf der Tagesordnung.
Bereits in der vergangenen Legislaturperiode gab es einen Nachhaltigkeitsbeirat. Der Vorsitzende des alten Beirates, Prof. Dr. Manfred Stock vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, ist erneut berufen worden. Er zeigt sich zufrieden: “Brandenburg setzt mit der Fortsetzung der Arbeit des Nachhaltigkeitsbeirates ein Zeichen für Verantwortung. Das ist gerade jetzt wichtig, wo wir den Eindruck haben, dass seit Kopenhagen der Klimawandel von der Öffentlichkeit mehrheitlich verdrängt wird“.
Der Landtag hatte Ende Januar die Landesregierung aufgefordert, bis Oktober 2010 Eckpunkte für eine Nachhaltigkeitsstrategie zu erarbeiten und einen wissenschaftlichen Beirat zu berufen. Vor diesem Hintergrund und einer kürzlich stattgefundenen Befassung im Kabinett fand nun die Berufung statt.
Kontakt: Ansprechpartner für den Beirat ist Dr. Martin Pohlmann, Telefon: 0331/866-7923; E-Mail: Geschaeftsstelle.NHB@mugv.brandenburg.de
17.02.2010
Potsdam – In der Weiterentwicklung der Telemedizin sieht Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) große Chancen, die medizinische Versorgung im Land Brandenburg zu verbessern und nachhaltig zu sichern. „Vor allem die hausärztliche Betreuung von Patienten in ländlichen Regionen kann durch den Einsatz telemedizinischer Verfahren profitieren“, so Tack heute in Potsdam auf der 5. Landeskonferenz Telematik im Gesundheitswesen.
Die Ministerin verwies darauf, dass Brandenburg aufgrund der demographischen Entwicklung und regional großen Unterschiede in der Bevölkerungsdichte vor großen Herausforderungen in der Sicherstellung der medizinischen Versorgung stehe. „Dazu müssen und werden wir auch neue Wege gehen, gemeinsam mit den Partnern im Gesundheitswesen, den Ärzten, Kassen, Versorgungseinrichtungen und Verbänden. Und wir brauchen dazu das Engagement und die innovativen Ideen der Wissenschaft“, sagt die Ministerin.
Die „neuen Wege in der brandenburgischen Patientenversorgung“, die auch auf der heutigen Konferenz diskutiert werden, seien bereits erkennbar: Die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung durch telemedizinische Verfahren und die stärkere Vernetzung der fachärztlichen Kompetenz zwischen den Krankenhäusern im Land Brandenburg mittels Telemedizin würden zum Beispiel die Richtung aufzeigen. Verschiedene regionale Modelle würden dazu bereits an Lösungsmöglichkeiten arbeiten.
„Wir brauchen die Gemeindeschwestern in Brandenburg – vor allem zur Sicherung der medizinischen Versorgung in den dünnbesiedelten Gebieten“, stellt die Ministerin in Hinblick auf die aktuellen Diskussionen dar. Ihr Ministerium werde alle Partner an einen Tisch holen, Probleme und Lösungsmöglichkeiten erörtern.
Beispielhaft sei auch das FONTANE-Projekt, das im strukturschwachen ländlichen Raum in Nordbrandenburg mittels Telemedizin dazu beitragen soll, die Betreuungsqualität für Patienten mit Herzkreislauferkrankungen zu verbessern. Auch dass sich dieses Projekt im Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF- „Gesundheitsregionen der Zukunft“ gegen mehr als 80 weitere Projekte als Sieger durchsetzen konnte, spreche für sich, lobt die Ministerin. Das FONTANE-Projekt stehe darüber hinaus auch für die Zusammenarbeit in der gesamten Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg. Im Rahmen des Masterplans arbeiten die Länder Berlin und Brandenburg gemeinsam an Synergien bei den Themen Gesundheitstelematik und Telemedizin.
11.02.2010
Potsdam – Ministerin Anita Tack (Linke) will die Zusammenarbeit mit den polnischen Partnerregionen Lebuser Land, Westpommern und Großpolen in den Bereichen Umwelt, Gesundheit, Natur- und Verbraucherschutz weiter voranbringen. „Ein intensiver Erfahrungsaustausch ist für alle Partner beiderseits der Oder wichtig und für die Zukunft unentbehrlich“, sagt Tack heute in Potsdam.
Auf einem Treffen mit Vertretern aus Ämtern der Wojewodschaften Lebuser Land, Westpommern und Großpolen wurden heute erste Schwerpunkte für mögliche Verwaltungskooperationen in diesem und dem nächsten Jahr erörtert.
Für Brandenburg haben dabei insbesondere Themen wie Technischer Umweltschutz, NATURA 2000 und Umweltbildung Priorität. Angeregt wurden u.a. gemeinsame Fachgespräche zu den Verfahren der Umweltverträglichkeitsprüfung, zur Luftreinhalteplanung oder zur Genehmigung von Biogasanlagen sowie die Fortsetzung gemeinsamer Exkursionen in der deutsch-polnischen Grenzregion.
Darüber hinaus werden die bereits bestehenden Kooperationen auf der Ebene der Veterinärverwaltungen Brandenburgs und der Woje-wodschaften Westpommern und Lebuser Land weitergeführt ebenso die Zusammenarbeit im Bereich Wasserwirtschaft /Hochwasser im Rahmen der Arbeitsgruppen der IKSO und der Grenzgewässerkommission.
26.01.2010

Peter Gärtner informiert die Ministerin auf dem Turm des Schlossberges in Biesenthal über naturtouristische Angebote entlang des Fernradwanderweges Berlin-Usedom und ein geplantes grenzübergreifendes deutsch-polnisches Bildungsprogramm. Der Naturpark erhofft sich in den kommenden Wochen grünes Licht für ein von der EU, dem Naturschutzfonds Brandenburg und der Stadt Biesenthal gefördertes Interreg-IVa-Projekt des Naturpark-Fördervereins mit dem polnischen Drawienski-Nationalpark. Auf beiden Seiten der Oder werden mit dem 3,4 Millionen-Vorhaben im Einzugsgebiet des großen Stroms Moore saniert und Gewässer für Wasserlebewesen durchgängig gestaltet, auf deutscher Seite unter anderem Nonnenfließ, Schwärze und Finow.
Bei ihrem ersten Besuch in den Nationalen Naturlandschaften von Brandenburg informierte sich Anita Tack über Projekte der nachhaltigen Regional- und Naturentwicklung wie das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben in den Rieselfeldern von Hobrechtsfelde, die Sanierung und Entwicklung von polnischen und deutschen Oder-Einzugsgebieten und das künftige Naturpark-Besucherzentrum im Agrarmuseum Wandlitz.
Der rund 750 Quadratkilometer große Naturpark Barnim ist ein gemeinsames Großschutzgebiet der Länder Brandenburg und Berlin und wird vom Landesumweltamt Brandenburg (LUA) verwaltet. Rund 5,4 Prozent der Fläche befinden sich in den nördlichen Stadtbezirken Pankow und Reinickendorf.
21.01.2010

Im europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung hat Brandenburg den Vorsitz in der Verbraucherschutzministerkonferenz. Drei Fragen an, Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
Gibt es linke Verbraucherschutzpolitik?
Anita Tack: Verbraucherschutz stärkt die soziale Gerechtigkeit. Es ist ein Politikfeld, von dem alle Bürgerinnen und Bürger täglich betroffen sind. Umfassender und wirkungsvoller Verbraucherschutz ist Grundvoraussetzung für eine gute Lebensqualität. Ich setze mich für eine qualitativ hochwertige und in alle Landesteile hinein wirkende Verbraucherberatung und -information ein. Diese darf nicht nur für Gut- und Besserverdienende, sondern muss vor allem für sozial Benachteiligte nutzbar sein.
Was muss für einen besseren Verbraucherschutz getan werden?
Anita Tack: Unsere Arbeit steht unter dem Motto: Gesunde Produkte - Faire Dienstleistungen - Mündige Verbraucher“. Zum einen müssen Verbraucher besser vor Täuschungen geschützt werden. Wo Käse drauf steht, muss auch Käse drin sein und nicht Käseimitat. Zum anderen geht es um die Stärkung der rechtlichen Position der Verbraucherinnen und Verbraucher gegenüber Anbietern. Beispielsweise müssen die zunehmende Abzocke im Internet wirksamer bekämpft und die Finanzkompetenz gestärkt werden.
Mündige Verbraucher – ist das nicht eine Illusion?
Anita Tack: Verbraucher selbst müssen in die Lage versetzt werden, eigenverantwortlich und mit einem guten Wissen ausgestattet richtige Entscheidungen treffen zu können. Deshalb setzen wir auf altersgemäße Bildungsangebote vom Kindergarten an. Wir alle müssen uns ständig weiterbilden. Verbraucherschutzpolitik kann den Rahmen schaffen, aktiv werden muss jeder einzelne.
21.01.2010
Die Grippesaison ist noch nicht zu Ende. Das Robert Koch-Institut schließt das Auftreten einer zweiten Erkrankungswelle der Neuen Grippe (Schweinegrippe) in den kommenden Wintermonaten nicht aus. Nach neuesten Erkenntnissen bietet bereits eine einmalige Impfung einen sicheren Schutz. „Alle Brandenburgerinnen und Brandenburger, die es wünschen, können geimpft werden“, sagt Anita Tack, Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. „Impfen ist der beste persönliche Schutz und schützt auch die Menschen im Umfeld."
Sie weist darauf hin, dass für die Impfung von Schwangeren in Brandenburg 4.700 Dosen ohne Wirkverstärker zur Verfügung stehen. Alle niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzte können diesen Impfstoff über die Gesundheitsämter beziehen.